Mein Alltag ist wie eine Domino-Day-Show. Vom Start bis ins Ziel ist jeder Schritt gut geplant und durchdacht. Meistens funktioniert mein Kleinbetrieb richtig gut, es sei denn es funkt etwas oder jemand dazwischen. Nach dem Urlaub und den Ferien höre ich von Freundinnen: „Es war schön mit meinem Mann zu Hause – aber ich bin froh, wenn der Alltag wieder losgeht!“. Auch mir geht es so.

Dieses „Gemeinsame“ ist echt schwer. Wenn wir als Partner-Team unterwegs sind, kommt mein System ganz schön durcheinander und der Streit ist vorprogrammiert. Am Samstagmorgen, nach einigem hin und her Geäffe und vielen Vorwürfen musste ich wieder erkennen, (Tadaa – was für eine Erleuchtung!) dass mein Mann und ich von Grund auf unterschiedlich handeln, reden und hören. Ich bin ich und er ist anders. Wir gehen grundsätzlich unterschiedlich an Dinge heran und haben verschiedene Prioritäten. Warum schaffe ich es nicht, ihn vieles einfach machen zu lassen? Ist doch egal, ob die Kleider der Kinder zusammenpassen oder nicht! Scheiß auf die nicht gekämmten Haare, Mann! Er leistet genug: Arbeit (voll), Entlastung, Reparaturen, Trost, Hilfe, Erheiterung, Versöhnung, Beruhigung und vor allem liebt er. Ich, der Kontrollfreak, bin nicht der Nabel der Welt und kann es sicher schaffen, wertschätzender zu sein und ihn so stehen zu lassen wie er ist.

 

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