Als wir jung (Mitte 20) Kinder bekamen, machte sich unser Umfeld Sorgen, wir könnten was verpassen. Wie oft hörte ich Sätze wie: „Willst du nicht noch studieren/bald arbeiten/dich fortbilden?“ Der Opfergedanke aber, der mir heutzutage regelrecht aufgedrängt wird, ist folgender: Du gibst für die Kinder deine Wünsche, Begabungen und überhaupt alles auf. Das Leben ist doch viel mehr als Herd und Kinder! Für dich steht die Welt offen, es ist alles möglich, du kannst noch so viel mehr tun und erreichen- und keine Sorge, die emanzipierte Frau kann das! Du musst nichts lassen, du kannst alles auf einmal und das zu 150%! Frauen wollen arbeiten, gute Mütter und Ehefrauen sein. Am Ende der ganzen Diskussion steht dann die Frage: „Wo bleibe bei alldem eigentlich ich?“

Individuelle Bedürfnisse sind unterschiedlich und jeder lebt seinen Lebensentwurf wie er möchte. Berufstätig, mit Kindern, alleine, als Paar, Karriere, mit Krippenplatz oder ohne. Wir entscheiden! Alles auf einmal haben zu wollen, den Gedanken, stets präsent zu sein und bestimmte Rollen ausfüllen zu müssen – dies kennen wir nur zu gut. Wer setzt uns unter Druck? Was opfern wir? Was oder wer stresst uns? Wer erwartet was von uns? Und die wichtigste Frage überhaupt: Wie sorge ich für mich? Etwas entbehren, opfern, aufgeben, lassen muss jeder von uns, irgendwann, zu allen Phasen unseres Lebens: für die Arbeit, für das Glück, für die Freundschaft, für die Familie oder für alles, was einem wichtig wird.

Eines haben wir alle gemeinsam: die Verantwortung für unser Leben! Es geht um das Hier und Jetzt. Hier liebe, spüre, lebe, weine und lache ich. Die Suche nach dem persönlichen Glück sollte das Erstrebenswerteste für jeden von uns sein.

 

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