Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten,
und dennoch ist es schwerer.

D. Fleischhammel, Theologe

 

Das Augenmerk auf das Wesentliche zu richten und mich zu begrenzen ist mein Lebensthema. Rechts und links des Weges gibt es immer etwas zu sehen und stets den Wunsch, etwas haben oder machen zu wollen. Die Unruhe dominiert.

Am Wochenende war ich im Kloster, um meiner Seele etwas Frieden und Ruhe zu gönnen. Die Nonnen bekam ich nur zu hören, als sie abends in der Kirche in ihrem Eckchen (für die Gäste nicht sichtbar) sangen. Ihr einziges Ziel ist es, die Augen auf Gott zu richten und ihm zu gefallen.

In der Stille und der Musik der gregorianische Gesänge saß ich in der Kirche und merkte wie unglaublich schwer es ist, den Gedanken, Wünschen und Sehnsüchten freien Lauf zu lassen. Wie kann es uns gelingen, diese kreative Ruhe im Alltag zu suchen und sie zu finden? Mir ist an diesem Wochenende gelungen, einiges loszulassen. Alles was wir verkrampft festhalten, bindet uns, schränkt uns ein und macht uns unglücklich. Sorgen um die Kinder, die Angst vor morgen, die Unsicherheit im Umgang mit Schwierigkeiten – ihr könnt eure Liste vervollständigen.

Uns auf das Wesentliche zu fokussieren, das Leben zu genießen, mit weniger zufrieden zu sein, die Unsicherheit zu umarmen und Frieden zu schließen mit sich und den Umständen die man nicht ändern kann: das ist die  Aufgabe jedes einzelnen. Unsere Partner, unsere Kinder sollten einen Weg der Freiheit gehen dürfen. Sie sollten so sein dürfen, wie sie sind und leben, wozu sie bestimmt wurden. Es öffnen sich Wege und Mittel wenn wir nur loslassen, abgeben und hoffen!

 

 

Nonne