KraHa-Lieschen

Wir machten einen OP-Termin für unsere fünfjährige Tochter aus, um Mandeln und Polypen entfernen zu lassen. Sie suchte mich als Gast für ihre Krankenhaus-Party aus. Zwar würden mir viele schönere Plätze für eine Vater-Tochter-Übernachtung einfallen, doch davor drücken wollte ich mich nicht!

Da ich unsere Unterkunft nicht bei TripAdvisor finden konnte, bewerte ich sie hier:

Das in die Jahre gekommene Hotel präsentierte sich dem Gast eher schlicht und einfach. Der Eingangsbereich und das Foyer wurden großzügig gestaltet. Das Personal trug originelle, eher bequem wirkende Uniformen, die auch schon bessere Tage gesehen hatten. Die Schuhwahl war mir teilweise zu schlampig; da kamen sogar Birkenstock und ähnliche Schlappen zum Einsatz. Die Freundlichkeit dem Gast gegenüber ließ häufig zu wünschen übrig. König waren wir als Gast nicht! All inclusive gab es heiße und kalte alkoholfreie Getränke. Das Essen gestaltete sich als sehr gewöhnungsbedürftig, es gab nur eine kleine Auswahl an nicht sättigenden Speisen. Außerdem waren die Zeiten ungewohnt: Um den Tag möglichst gut nutzen zu können, gab es schon um 7.30 Uhr Frühstück. Wahrscheinlich, um am Abend mehr Zeit zum Ausgehen zu haben, wurde das Dinner schon um 17.00 Uhr serviert. Der Zimmerservice schien etwas über-engagiert zu sein, auch nachts kam er immer wieder direkt ans Bett, um nach den Wünschen der Gäste zu fragen (unter der Hand wurden sogar Medikamente vercheckt!).
Ein besonderes Highlight unseres Aufenthalts war eine Mitmach-Aktion, bei der das Kind an einer realistischen Operation als Patient teilnehmen durfte. Die Mitarbeiter der Animation gaben sich viel Mühe, um alles authentisch herzurichten. Passend zur Kinder-Disco gab es sogar einen lustigen Cocktail für das Kind, der glücklich und schläfrig machte. Als meine Tochter dann mit ihrem Bett in die Kinderbetreuung geschoben wurde, musste ich leider draußen bleiben. Ich hatte währenddessen großes Interesse an einer beruhigenden Massage, fand aber leider den Spa-Bereich nicht. Nach ca. 40 Minuten wurde ich ziemlich unsanft hereingebeten, weil das Kind anscheinend keinen Gefallen an der Animation hatte. Sie schien stark betäubt zu sein, brüllte, schlug um sich und tobte. Der als Chirurg verkleidete Betreuer meinte, das sei eher unüblich; meistens wären die Kinder nach der Betreuungszeit sehr ruhig. Er gab ihr so eine Art Spritze, woraufhin meine Tochter wieder ins Bett sackte. Diesen Teil der Animation fand ich nun wirklich nicht mehr zum Lachen, sondern ziemlich unerhört und skandalös. Meinem Kind wurden Drogen verabreicht!
Danach wurde es wieder gechillter, wir aßen viel Eis und zappten uns durch das Fernsehprogramm in unserer kleinen Suite; zumindest gab es KiKa. Ein Minuspunkt ist der Außenbereich. Dort war weder ein Spielplatz, noch ein Pool zu sehen. Da die Animation jedoch äußerst mitreißend war, vergebe ich solide 3 Punkte.  (J)