INNERFAMILIÄR

Beiträge aus der Kategorie “Mann

Was will der Kerl?

Veröffentlicht in 15. März 2014

Es wäre also an der Zeit, die Gegenfrage zu stellen: Was will denn der Mann? Will er reden oder machen? Will er Geld oder Glück? Will er Treue oder Abenteuer? Will er Liebe oder Macht?
Elisabeth Raether in: Die Zeit, Nummer 12, 2014

Traummann

Das sind gute Fragen, die ich mir selbst auch immer wieder stelle. Die beste Antwort auf unsere (männlichen) Bedürfnisse gibt unser Leben selbst und die Art und Weise, wie wir uns in Arbeit, Partnerschaft und Familie einbringen.
Schulz von Thun fasst die Grundbedürfnisse des Menschen vereinfacht zusammen: wertvoll sein, geliebt sein, frei sein und verbunden sein. Nur reden wir Männern nicht immer gern darüber! Also:
Will er reden oder machen?
Ich will auf jeden Fall machen!
Will er Geld oder Glück? 
Natürlich beides!
Fühle ich mich im Job wertvoll, ist für mich die Arbeit das pure Glück. Erlebe ich wertvolle Verbundenheit, Akzeptanz und Liebe in Partnerschaft und Familie, folgt mir das Glück nach Hause. Viele meiner Freunde und Bekannte nehmen sich Zeit und übernehmen Verantwortung für die Familie.
Treue oder Abenteuer? 
Je aufregender und abwechslungsreicher mein Leben ist, desto treuer freue ich mich auf die Verbundenheit mit meiner Partnerin.
Liebe oder Macht? 
Diese Entscheidung ist für mich Charaktersache und hat weniger mit dem Geschlecht zu tun.
Schade, dass wir Männer uns nicht in Talkshows setzen, vom Mannsein schwärmen und darüber, was wir alles wollen und können. Was an einigen Menschen vorbeigeht: schon längst unterstützen wir unsere Partnerin und beraten gemeinsam, wer wann wie viel arbeitet und wie wir Partnerschaft und Familie am besten leben können. Nicht selten sind wir uns dabei sogar einig!

Nähe vs. Distanz

Veröffentlicht in 2. März 2014

Freundschaft ist eine Kunst der Distanz,
so wie die Liebe eine Kunst der Nähe ist.

Sigmund Graff

Naehe

Der Vollständigkeit halber ergänzen wir die beiden Pole Beständigkeit vs. Veränderung mit der Achse Nähe vs. Distanz.

 

J
In der Verliebtheitsphase, als die Schmetterlinge flatterten, gingen wir stundenlang Hand in Hand spazieren, führten Gespräche, visionierten und stellten uns unser weiteres gemeinsames Leben vor. Wir waren uns selbst genug.

E
Neulich beim Aufräumen des Speichers fielen mir die Kisten mit all den Liebesbriefen aus den ersten Jahren in die Hand, die ich schon ganz vergessen hatte. Wir schafften durch diese Briefe eine Nähe in der räumlichen Distanz – damals noch ohne Handy oder Internet.

J
Es ist kein Geheimnis, dass sich dann nach einigen Jahren Beziehung die erste, intensive Nähe neu verorten muss. Wie bei einem Pendel das sich, einmal in Schwung versetzt, ständig bewegt zwischen Nähe und Distanz.

 
E
Aber jeder definiert Nähe ganz subjektiv. Für mich ist es die ungeteilte Aufmerksamkeit im Gespräch, das höre ich auch immer wieder von anderen Frauen. Männer und Frauen reden anders und hören anders. Wir Frauen reden untereinander gern über Gefühle – auch unsere Freundschaften  definieren sich eher darüber.

J
Wir Männer unternehmen eher etwas gemeinsam, aber oft ergeben sich dabei auch gute Gespräche. Ich habe den Eindruck, Frauen steigen schneller in tiefe Unterhaltungen ein. Das ist mir manchmal zu ernst.

E
Wir wälzen schon vieles um, wobei ich in meinen Freundschaften so auch eine Verbundenheit schaffe. Wir Frauen beklagen uns bei euch Männern, dass ihr zu wenig erzählt oder uns schlecht zuhört… Dir fühle ich mich nahe, wenn du mir zuhörst, auch wenn ich dir etwas zum zehnten Mal erzähle. Ich fühle mich dann respektiert, wertgeschätzt und wahrgenommen.

J
Das stimmt! Ich lerne, dir zuzuhören, ohne gleich Lösungsvorschläge zu machen.

E
Wenn ich erzähle, ist es kein Appell an dich, etwas zu verändern – ich  verarbeite.

J
Der Alltag lässt oft wenig Zeit zu reden. Wegen unseren großen Kindern müssen wir viele Themen auf den Abend verschieben. Wenn es dann aber auch noch unruhig ist…

E
…dann ist die Stimmung sehr gereizt und wir sollten schnell eine Bremse ziehen, Zeit miteinander verbringen. Nähe ist für mich also Kommunikation. Wie ist es mit dir? Was ist Nähe für dich?

J
Nähe ist für mich auf jeden Fall auch Zärtlichkeit. Ich brauche manchmal aber auch die nötige Distanz, um mir selbst klar zu werden, was ich will. Anders als du verarbeite ich eher alleine. Ich höre beim Autofahren Musik und lasse meine Gedanken schweifen. Also, ich würde mich bei der imaginären Achse genau zwischen Nähe und Distanz setzen.

E
…und ich voll bei Nähe.

 

 

Mann sein

Veröffentlicht in 19. Januar 2014

Ich überdenke meinen Weg zum Mannsein.
Wer unterwies mich?
Wo sind meine Weggefährten?
Wo sind die Vorbilder?
Kenne ich meine Stärken, setze ich sie ein?
An meine treue Begleiterin:
Du hast großen Anteil an meinem Selbstverständnis als Mann!
Nimm meine Begabungen wahr – und wecke meine Energie.
Bestärke mich – und ich übernehme Verantwortung für uns.
Rede gutes über mich – und ich kann zum Vorbild werden.
Vertraue mir deine Wünsche an – bevor sie zu Vorwürfen werden.
Frage mich nach meiner Sehnsucht – und wir kommen uns näher.
Bild

  

%d Bloggern gefällt das: