INNERFAMILIÄR

Beiträge aus der Kategorie “Paarbeziehung

High Fidelity

Veröffentlicht in 18. Februar 2014

In unserem Leben als Paar spielte die Musik von Anfang an eine wichtige Rolle, Sie brachte uns zusammen, unterstützte, bewegte und beflügelte uns. Ich würde euch gerne in diesem Zusammenhang von unserer Love Story erzählen. Während ich schreibe, spielt sich in meinem Inneren die Musik dieser Zeit ab. Es tut gut, sich an die ersten Schmetterlinge im Bauch zu erinnern.
Jan und ich trafen uns vor 18 Jahren bei einem -seinem- Konzert. Er stand auf der Bühne und ich tanzte mit meinen Freundinnen im Publikum. Es war mein erstes Konzert. Meine Eltern erlaubten mir, auf ein Rockkonzert zu gehen! Es tat sich damals eine neue Welt für mich auf, immerhin war ich 16, vollkommen weltfremd und naiv.  Auf meiner Alm fuhr der Stadtbus ca. 6 Mal am Tag, unser Fernsehprogramm war auf die öffentlich-rechtlichen beschränkt und außer Kurt Cobain kannte ich auch noch PUR, Marky Mark, Take That und Ace of Base.
Auf dem harten Rock-Konzert aber bin ich Jan sofort aufgefallen, sagt er. Ich glaube, es lag an dem Tanzstil, den wir Mädels drauf hatten. Wir bewegten uns frei – Ausdruckstanz und Improvisation, gepaart mit einstudierten Dreiecksschritten mit gesenktem Haupt. Es muss cool ausgesehen haben, zumindest wurden wir nicht als Hinterdörfler entlarvt.
Jan schien jedenfalls von unserer Performance beeindruckt gewesen zu sein, denn er sprach mich nach dem Konzert von seinem Merch-Stand an und fragte mich, ob ich eine Kassette von seiner Band kaufen möchte. Ich habe das nicht als Annäherungsversuch interpretiert und ging nach einem „Nein, Danke!“ weiter. Vielleicht hätte ich den Flirt verstanden, wenn er mir das Tape geschenkt hätte. Es ist aber zu unserer Freude alles nochmal gut gegangen, denn die Vorband gefiel mir so gut, dass ich ein Jahr später auf das nächste Konzert fuhr. Dort traf ich Jan wieder. Und dann, was soll ich sagen? Nach vielen unsicheren Blicken ist es um uns geschehen. Er schaffte es, mich anzusprechen und bot mir Smarties (diesmal für umme) an. Wir unterhielten uns und hörten im Hintergrund den Soundtrack für unsere erste Unterhaltung. Nachdem wir ein Paar waren, ging für mich die richtige musikalische Früherziehung los. Sein erstes und sein zweites Geschenk an mich war ein MC-Mix. Mittlerweile habe ich zu jedem Abschnitt in meinem Leben den dazugehörigen Soundtrack gefunden.

Nachtrag zur Liebe auf den ersten Blick: Jan erzählte mir damals, er habe sich nach dem ersten Konzert in mich verliebt. Und ich? Ich wagte es nicht, zu glauben dass mich dieser fesche Mann überhaupt beachtet hat.

Was ist der Soundtrack eurer ersten Begegnung?

 

Liebe ist Freundschaft begleitet von Musik

E. Joseph Grossmann

 

Soundtrack-der-Liebe

Liebe, Liebe! Geschenke?

Veröffentlicht in 13. Februar 2014

Sobald ich in diesen Tagen eine App öffne, die sich auch nur in der Nähe des Internets befindet, springen mich Valentins-Geschenkvorschläge von allen Seiten an. Meine schwäbische Herkunft verbietet mir jedoch, an Geschenke einen Gedanken zu verschwenden – und das kam so:
Als Kind schien ich sehr verträumt gewesen zu sein, in Wahrheit war ich jedoch hauptsächlich damit beschäftigt, die Vorbilder in meiner unmittelbaren Nähe und ihre Beziehungen untereinander zu studieren. Am meisten überrascht war ich immer von den seltsamen Geschenken, die sich die Erwachsenen gegenseitig machten – und welche Reaktionen sie hervorriefen. Mein Vater schien sich an Weihnachten riesig über Socken, Handschuhe und Unterhosen zu freuen, während meine Mutter über einem Dampf- Kochtopf oder einem Bügeleisen jubilierte. Ich frage mich heute, wie viele Geburtstage und Weihnachtsfeste es wohl gebraucht hatte, bis der Haushalt und der Kleiderschrank meiner Eltern komplett war.
Ans Schenken tastete ich mich dann langsam heran (von Mixtapes bis hin zu teuren Geschenken – und wieder zurück zum Selbstgemachten), bin leider noch immer nicht der perfekte Geschenkemacher. Aufatmen durfte ich dann erst, als ich erfuhr, dass es verschiedene Arten gibt, Liebe zu zeigen. Ein Autor zählte sie kurz durch und kam auf genau fünf „Sprachen der Liebe“: Lob, Zweisamkeit, Geschenke,  Hilfsbereitschaft und Zärtlichkeit. Es war für uns ein erhellender Moment, herauszufinden, was unsere Liebessprache ist und die Gedanken darauf zu richten, was der Partner sich wirklich wünscht.
Nun schließe ich die Apps und nehme mir Zeit, meiner Frau zuzuhören. Das wünscht sie sich nämlich wirklich: ungeteilte Aufmerksamkeit. Und da freut sich auch der schwäbische Geldbeutel.
J

 

 

Turteltaeubchen

Wie sage ich es ihr richtig? Valentinstag ohne Blumen!

Veröffentlicht in 8. Februar 2014

Kurz bevor der Valentinstag-Wahnsinn beginnt: ein Lied, das ich vor einiger Zeit für meine Liebste geschrieben und visuell (dick) unterstrichen habe!

Du bist das Geld, ich bin der Beutel
Du bist die Nutella, ich bin das Brot
Du bist der Keks, ich bin die Dose
Du bist der Stern, ich die Schnuppe

Du bist der bessere Teil von mir,
Ich liebe Dich und häng‘ an dir
Seit du da bist, steigt mein Wert-
Sag‘ was wär‘ Ernie ohne Bert?

Du bist die Sonne, ich bin der Schirm
Du bist der Wind, ich bin das Segel
Du bist der Sommer, ich bin der Abend
Du bist die Blume, ich bin der Topf

 

Und auch wenn Schweigen Gold ist…

Veröffentlicht in 3. Februar 2014

Zum Thema Kommunikation zwischen Mann und Frau gibt es viel zu sagen. In der Beziehung zweier Liebenden, im Leben mit Kindern, in Freundschaften und in jeder Begegnung im Leben geht es ums Reden und Hören. Früh übt sich, denn  schon von meinen Kleinen erwarte ich, dass sie mir sagen, was sie möchten. Der Dreijährige streckt mir den leeren Becher hin – naheliegend, was er möchte – aber ich schenke ihm nicht ein. Ich möchte, dass er lernt zu sagen, was er will. Die Kinder haben’s drauf mit der nonverbalen Kommunikation. Sie machen oft die Erfahrung, dass es gut funktioniert und ich merke, wie schnell ich darauf hereinfalle.
Mein Mann und ich sind schon eine lange Zeit ein Paar und wir verstehen uns blind – Pustekuchen! Eigentlich  könnte ich in dieser Zeit doch gelernt haben, zu sagen was ich will. Leider muss ich gestehen: nicht so ganz! Ich erwarte immer noch.
Du kennst mich schon lange, kennst meine Stimmungen, musst doch mittlerweile wissen wann ich was brauche! Du müsstest doch sehen, dass ich reden will!
Das Thema scheint uns zu verfolgen. Am Wochenende auf unserem Kurztrip ohne Kinder nach Köln und Düsseldorf hörten wir im Radio einen Beitrag mit Angela Troni, die das Buch „Frauen verstehen in 60 Minuten/Männer verstehen in 60 Minuten“ geschrieben hat. In Klischees denken fällt mir schwer und doch stellten wir uns die Frage: „Ist die Kommunikation zwischen den Geschlechtern  wirklich so kompliziert oder ist sie eher eine Frage des Charakters?“ Wie der Zufall so will, beobachteten wir am Abend folgende Situation:
Die Frau bringt ohne Worte eine leere Kinder-Trinkflasche in die Küche und drückt sie in die Hand ihres Mannes. Er stellt sie ab. Ich warte kurz und übersetze: „Ich glaube, du sollst da jetzt frisches Wasser einfüllen!“ Er macht es. Einige Minuten später kommt sie wieder und fragt: „Hast du frisches Wasser eingefüllt?“ Die Anwesenden lachen. Einer der Männer meint: „Immer dieses Erwartungen. Wenn man nicht immer erwartet,  kann man auch nicht enttäuscht werden!“ und schaut dabei seine Frau an. Also: It’s all about communication! Viel Spaß beim Reden!

Paarchen

Ich bin nicht der Nabel der Welt!

Veröffentlicht in 29. Januar 2014

Mein Alltag ist wie eine Domino-Day-Show. Vom Start bis ins Ziel ist jeder Schritt gut geplant und durchdacht. Meistens funktioniert mein Kleinbetrieb richtig gut, es sei denn es funkt etwas oder jemand dazwischen. Nach dem Urlaub und den Ferien höre ich von Freundinnen: „Es war schön mit meinem Mann zu Hause – aber ich bin froh, wenn der Alltag wieder losgeht!“. Auch mir geht es so.

Dieses „Gemeinsame“ ist echt schwer. Wenn wir als Partner-Team unterwegs sind, kommt mein System ganz schön durcheinander und der Streit ist vorprogrammiert. Am Samstagmorgen, nach einigem hin und her Geäffe und vielen Vorwürfen musste ich wieder erkennen, (Tadaa – was für eine Erleuchtung!) dass mein Mann und ich von Grund auf unterschiedlich handeln, reden und hören. Ich bin ich und er ist anders. Wir gehen grundsätzlich unterschiedlich an Dinge heran und haben verschiedene Prioritäten. Warum schaffe ich es nicht, ihn vieles einfach machen zu lassen? Ist doch egal, ob die Kleider der Kinder zusammenpassen oder nicht! Scheiß auf die nicht gekämmten Haare, Mann! Er leistet genug: Arbeit (voll), Entlastung, Reparaturen, Trost, Hilfe, Erheiterung, Versöhnung, Beruhigung und vor allem liebt er. Ich, der Kontrollfreak, bin nicht der Nabel der Welt und kann es sicher schaffen, wertschätzender zu sein und ihn so stehen zu lassen wie er ist.

 

Menschen-Fest-web

50 Jahre Brötchen teilen

Veröffentlicht in 23. Januar 2014

Beim Frühstück kurz vor dem Fest der Goldenen Hochzeit dachte die Frau: Ich habe seit 50 Jahren meinem Mann immer eine Freude bereitet und ihm das knusprige Oberteil der Brötchen gegeben. Jetzt möchte ich mir endlich diese Delikatesse gönnen! Sie bestrich für sich die besagte Hälfte und gab ihrem Mann das Unterteil.
Entgegen ihren Erwartungen freute sich der Mann und sagte: Mein Liebling, ich habe seit 50 Jahren nicht mehr den unteren Teil des Brötchens gegessen, den ich am allerliebsten mag. Ich dachte immer, du solltest ihn haben, weil er dir so schmeckt! 

 

(Geschichte: nach Peseschkian)

 

Fruehstueck

Andersartigkeit = Reichtum

Veröffentlicht in 16. Januar 2014

Wer zu sich selbst und zum anderen 
Ja sagen will, muss beginnen,
die Andersartigkeit des anderen 
als den eigenen Reichtum zu begreifen.

Ulrich Giesekus

Manchmal ist es schwer, das eigene Ich zu achten, zu lieben und stehen zu lassen, unseren Reichtum zu erkennen und nicht die Defizite. Wie oft suchen wir nach Fehlern bei uns, beim Partner, in der Beziehung, in bestimmten Situationen. Was für eine starke Aufgabe ist es doch, mich selbst zu achten und meine vermeintlichen Schwächen gleichzeitig als Stärken anzuerkennen! Lieben, bedingungslos und geduldig.

 

rentner4-web
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