INNERFAMILIÄR

Beiträge mit Schlagwort “Familienleben

Mein unperfekter Perfektionismus

Veröffentlicht in 23. März 2014

Ich führe einen perfekten Haushalt, habe adrett angezogene Kinder und überhaupt… Wir sind die perfekte Familie – nicht! Ich bin das wandelnde schlechte Gewissen einiger Freundinnen und Bekannten. Schlimm, denn schon auf der Türschwelle, wenn ich zu Besuch bin, entschuldigen sich Freunde für ihr „Chaos“. Zu Besuch bei mir werde ich auch hin und wieder gefragt: „Hast du eigentlich eine Putzfrau?“
Ich dachte oft, ich sei eben eine Perfektionistin. Aber: Wer will das schon sein? Deshalb musste ich schnellstens etwas dagegen tun. Ich ließ die Kinder ihre Kleider einfach so lange tragen, bis man vor lauter Flecken das Muster nicht mehr erkennen konnte. Ich schwänzte Elternabende oder vergaß auf der Faschingsfeier als einzige, die Kinder zu verkleiden. Ich wusch mir die Haare nur alle drei Tage und ging in Jogginghosen zum Einkaufen. Alle sollten es sehen: Ich bin nicht euer schlechtes Gewissen, ich habe es genauso wenig im Griff wie ihr!
Aber jeder malt von seinem Mitmenschen ein Bild, das in der Regel schnell fertig ist. Viele sehen nur, was sie gerne sehen möchten.
Eine Zeit lang, als ich mit zwei Kleinkindern chronisch überfordert war, befolgte ich Tipps meiner Freundinnen, wie: „Lass einfach mal alles liegen!“, „Wasch halt nur einmal in der Woche die Wäsche!“ Nur, dass dann die Arbeit am Ende der Woche unüberwindbar zu sein schien und es vom Liegenlassen auch nicht weniger wurde.

Bin ich nun eine Perfektionistin? Nein, gar nicht! Ich bin ordnungsliebend, denn Ordnung brauche ich für meinen inneren Seelenzustand. Die einen gehen zum Psychiater und ich ordne! Saugen – (häufig bis sehr häufig, weil bei vier Kindern der halbe Sandkasten im Haus zu finden ist) ist doch tatsächlich inspirierend für mich, aus dieser monotonen Arbeit entspringen viele Ideen.
Ich bin eine Putz-Agentin, die ihr Mikrofasertuch zückt, wenn sie Schmutz sieht. Von meinem Boden kann man trotzdem nicht essen, denn ich bin wirklich perfekt unperfekt.

 

 

perfektionismus

Nächstes Mal klappt’s besser

Veröffentlicht in 10. Januar 2014

Wenn wir mit unseren vier Kindern unterwegs sind, fallen wir auf. Nicht nur, weil es viele sind, sondern auch, weil sie so unterschiedlich aussehen: blond, braun, dunkel, schwarz; alles dabei.

Neulich im Drogeriemarkt: Ich, „junge“ Mutter, an diesem Tag äußerlich eher im Schlabberlook (also kein schönes Bild für Hauptstadtmuttis), mit allen Kindern, die nach Mittagessen und Spielplatz eingesaut waren, entschloss mich, „kurz“ einkaufen zu gehen. Ich dachte mir, so ganz selbstsicher und fest entschlossen: Wenn ich mit den Kindern vorher die Regeln, Warnsignale und Konsequenzen bespreche und ihnen Aufgaben zuteile, wird nichts schief gehen. Der Plan schien perfekt, ich klopfte mir in Gedanken schon selbst auf die Schulter.

Im Laden angekommen lief es auch zu Beginn ganz gut. Ab der Mitte, so ungefähr beim Toilettenpapier, suchte ich schon das erste Kind. Gebrüll im ganzen Markt. Als ich Nummer 1 hatte, war Nummer 2 weg. So ging es weiter. An der Kasse angekommen, schon ganz verschwitzt, besprach ich noch einmal schnell die Regeln und wies auf die Konsequenzen hin. „Wer will jetzt schon ins Auto?“ Also gut, alle sind wieder lieb.

Leider hält dieser Zustand nur so lange, bis ich mit dem Ausräumen des Wagens beschäftigt bin. Nummer 1 rammt den Wagen an Nummer 2, beide heulen, reißen sich dabei auch noch die Einkäufe aus der Hand. Nummer 3 und 4 rennen mit ihren Wägen, mit unbezahlten Einkäufen auf den Parkplatz. Ich räume, schreie, renne, irgendwie alles gleichzeitig. Hinter mir zwei Omas, die sich über die heutigen Kinder aufregen und eine Verkäuferin die versucht, die Omas zu beruhigen und selbst nicht den Überblick zu verlieren. Zu guter Letzt versagt meine EC-Karte. Das war wohl für alle zuviel.

 

 

 

Einkaufen

  

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